Anwendungsbereiche von Wolfram. Wo wird Wolfram verwendet?
Wolfram hat einen der höchsten Schmelzpunkte unter den chemischen Elementen und den höchsten unter den Metallen. Dank seiner Eigenschaften eignet es sich hervorragend für die Herstellung verschiedenster Teile und Mechanismen. Nach dem Lesen dieses Artikels erfahren Sie mehr über diese Eigenschaften und vor allem darüber, welche Sphären und Anwendungsbereiche von Wolfram es gibt.
Physikalisch-chemische Eigenschaften von Wolfram
Wolfram ist ein hochschmelzendes graues Metall. Es ist plastisch verformbar und hart. Seine Härte ist deutlich höher als die von Blei. Wolframlegierungen haben eine hohe Wärmeleitfähigkeit, eine gute Korrosionsbeständigkeit und eine hohe Festigkeit. Wolfram kann mit verschiedenen chemischen Elementen reagieren, etwa mit Brom, Jod, Selen, Stickstoff und Schwefel. Die einzigartigen Eigenschaften dieses Elements ermöglichen den Einsatz von Wolfram und seinen Legierungen in sehr unterschiedlichen Industriebereichen.
Verwendung von Wolfram in der Industrie
Wolfram wird in verschiedenen Industriezweigen erst seit vergleichsweise kurzer Zeit aktiv eingesetzt. Lange Zeit fand es keine praktische Verwendung, doch heute geht mehr als die Hälfte des gesamten Wolframs in die Herstellung von Wolframlegierungen unterschiedlicher Festigkeit. Die Sphären und Anwendungsbereiche von Wolfram lassen sich genauer wie folgt beschreiben:
- Elektrotechnische Industrie. Wolfram ist in diesem Bereich unersetzlich, da daraus Glühfäden für elektrische Lampen, Kathoden von Röntgenröhren und verschiedene Teile für Radioröhren hergestellt werden.
- Chemische Industrie. In diesem Bereich wird Wolfram als Rohstoff für die Herstellung von Pigmenten, Farben und Schmierstoffen verwendet. Außerdem wird dieses Metall als Katalysator eingesetzt.
- Militärindustrie. Wolfram war während des Ersten Weltkriegs einer der wichtigsten Rohstoffe in diesem Bereich. Es wird zur Herstellung von Geschossen, Geschützstahl und panzerbrechender Munition verwendet.
- Automobilindustrie. Wolfram dient als Legierungselement in einigen Stahlsorten. Es verleiht Stahl besondere Eigenschaften und ermöglicht seine Verwendung für die Herstellung stabiler Fahrzeugfedern. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel „Anwendungsbereiche von Stahl“.
- Eisenbahnindustrie. Wolframstahl wird zur Herstellung von Eisenbahnschienen und Waggons eingesetzt. Solche Schienen können sehr hohen Belastungen standhalten. Außerdem ist ihre Lebensdauer deutlich länger als die von Schienen aus anderen Stahlsorten.
- Metallurgische Industrie. Die wichtigste Aufgabe von Wolfram in der Metallurgie ist das Legieren von Stählen sowie die Herstellung harter Legierungen.
Verwendung von Wolframlegierungen
Wolfram kann Legierungen mit Kobalt, Eisen, Nickel und anderen Metallen bilden. Wie bereits erwähnt, kann Wolfram mit verschiedenen chemischen Elementen reagieren und dadurch die negative Wirkung einiger von ihnen, zum Beispiel von Schwefel und Phosphor, in Legierungen verringern. Dadurch entstehen Wolframlegierungen, die hart, chemisch beständig und elastisch sind.
Beispielsweise kommen Wolframlegierungen mit Bor und Kohlenstoff in ihrer Härte Diamanten — den härtesten Mineralen — sehr nahe.
Einige Legierungen eignen sich für die Herstellung von Teilen, die bei erhöhten Temperaturen eingesetzt werden können. Wolfram-Molybdän-Legierungen werden für die Herstellung von Düsen für Strahlflugzeuge und Draht verwendet. Die Militärindustrie nutzt schwere Wolframlegierungen aktiv für Panzer, Granaten, Waffen und Geschosse. Wolfram ist in diesem Bereich zu einem hervorragenden Ersatz für Blei geworden.
Wir haben die wichtigsten Sphären und Anwendungsbereiche von Wolfram aufgezählt, und wie man sieht, bleibt dieses chemische Element seit vielen Jahren in sehr unterschiedlichen Industriezweigen gefragt. Die einzigartigen Eigenschaften von Wolfram zeigen, dass es in Zukunft noch populärer werden und in völlig neuen Bereichen verwendet werden kann.