DE

Anwendungen von Bewehrungsstahl: wo Bewehrung verwendet wird

Bewehrungsstahl besteht aus Stahl- oder Verbundstäben, Matten und Körben, die Beton verstärken. Beton nimmt Druck sehr gut auf, ist aber bei Zug und Biegung schwächer. Die Bewehrung übernimmt Zugkräfte, begrenzt Risse und erhöht die Tragfähigkeit von Stahlbetonkonstruktionen.

Welche Arten von Bewehrung gibt es?

Nach Funktion unterscheidet man Hauptbewehrung, konstruktive Bewehrung, Verteilungsbewehrung, Montagebewehrung und Querbewehrung. Die Hauptbewehrung nimmt die wichtigsten Kräfte auf, die Verteilungsbewehrung verteilt Lasten zwischen den Stäben, die Montagebewehrung hält den Korb beim Zusammenbau, und Bügel oder Querstäbe verbinden Längselemente und wirken gegen Schub.

Nach Oberflächenprofil gibt es glatte und gerippte Bewehrung. Eine gerippte Oberfläche verbessert den Verbund mit Beton, daher wird solche Bewehrung meist in tragenden Stahlbetonelementen eingesetzt. Glatte Stäbe dienen eher Montage-, Hilfs- und einzelnen konstruktiven Aufgaben.

Klassen von Bewehrungsstahl

Die Klasse der Bewehrung beschreibt Festigkeitseigenschaften und Einsatzbereich. Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Land und Norm: Es können Klassen wie A240, A400, A500, B500 oder andere Systeme verwendet werden. Deshalb ist eine Auswahl nur nach alten Bezeichnungen wie AI oder AIII nicht allgemein gültig.

Bei der Auswahl zählen Stabdurchmesser, Festigkeitsklasse, Profil, Schweißbarkeit, Korrosionsbeständigkeit, Einsatzbedingungen und Projektanforderungen. Für tragende Konstruktionen werden die Parameter durch statische Berechnung und Planung festgelegt, nicht nach Gefühl.

Verwendung von Bewehrung im Bauwesen

  • Fundamente. Bewehrungskörbe werden in Streifen-, Platten-, Pfahl- und Pfahlkopffundamenten verwendet, um Biege- und Zugkräfte aufzunehmen.
  • Deckenplatten und monolithische Platten. Bewehrung verstärkt Zugzonen, hilft Risse zu kontrollieren und verteilt Lasten.
  • Stützen, Balken und Unterzüge. Längsstäbe und Bügel bilden das Tragwerk des Stahlbetonelements.
  • Wände, Ringanker und Stürze. Bewehrung erhöht die Stabilität, verbindet Mauerwerk und Beton und hilft bei lokalen Lasten.
  • Böden und Estriche. Matten und Stäbe verringern Rissbildung und erhöhen die Festigkeit des Untergrunds.
  • Stahlbetonfertigteile. Bewehrung wird in Platten, Blöcken, Treppenläufen, Pfählen, Ringen, Straßenplatten und anderen Fertigteilen verwendet.

Warum richtige Bewehrung wichtig ist

Zu wenig Bewehrung kann zu Rissen, Durchbiegung und geringerer Tragfähigkeit führen. Zu viel oder falsch liegende Bewehrung ist ebenfalls nicht immer hilfreich: Sie erschwert das Betonieren, verschlechtert die Formfüllung und arbeitet möglicherweise nicht wie vorgesehen.

Für die Berechnung der Stahlmenge sind Gewichtstabellen praktisch. Siehe den separaten Artikel zum Gewicht von Bewehrungsstahl.

Häufige Fragen

Wozu braucht man Bewehrung im Beton?

Bewehrung nimmt Zugkräfte auf, begrenzt Risse und erhöht die Tragfähigkeit von Stahlbeton. Beton arbeitet gut auf Druck, während die Bewehrung ihn dort ergänzt, wo Zug und Biegung auftreten.

Wo wird Bewehrungsstahl am häufigsten verwendet?

Bewehrungsstahl wird in Fundamenten, Deckenplatten, monolithischen Platten, Stützen, Balken, Wänden, Ringankern, Stürzen, Böden, Estrichen und Betonfertigteilen verwendet.

Kann man Bewehrung nur nach Durchmesser auswählen?

Nein. Neben dem Durchmesser zählen Festigkeitsklasse, Profil, Schweißbarkeit, Korrosionsbeständigkeit, Einsatzbedingungen und Projektanforderungen. Bei tragenden Konstruktionen werden die Parameter rechnerisch festgelegt.