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Anwendungen von Zinn und Zinnlegierungen

Zinn ist ein weiches silbrig-weißes Metall mit dem chemischen Symbol Sn. Es ist seit der Antike bekannt, lässt sich gut walzen, hat einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt von etwa 232 °C und oxidiert an der Luft nur langsam. Deshalb wird Zinn sowohl als eigenständiges Metall als auch als Bestandteil von Loten, Beschichtungen und Legierungen genutzt.

Zinn und seine Eigenschaften

Reines Zinn ist duktil, leicht schmelzbar und bildet eine schützende Oxidschicht. Das Metall ist gegenüber Wasser und vielen milden Medien beständig und eignet sich daher für dünne Schutzschichten oder niedrig schmelzende metallische Komponenten.

Gleichzeitig ist reines Zinn weich und für die meisten belasteten Bauteile ungeeignet. In der Industrie werden deshalb häufiger Zinnlegierungen oder Zinnbeschichtungen eingesetzt: Sie liefern die nötige Festigkeit, Verschleißfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit oder Verarbeitbarkeit.

Wo Zinn verwendet wird

  • Lote. Eine der wichtigsten Anwendungen von Zinn sind Lote für Elektronik, Elektrotechnik, Sanitärarbeiten und Montage. Zinn senkt den Schmelzpunkt des Lots und hilft, zuverlässige Verbindungen herzustellen.
  • Weißblech und Verzinnen. Eine dünne Zinnschicht wird auf Stahl aufgebracht, um ihn vor Korrosion zu schützen. So entsteht Weißblech für Dosen, Deckel und andere Verpackungen.
  • Chemische Verbindungen. Zinnverbindungen werden für PVC-Stabilisatoren, Katalysatoren, einige Beschichtungen und Spezialmaterialien verwendet.
  • Schutzbeschichtungen. Verzinnen nutzt man für Teile, Kontakte, Draht, Geschirr und Bauteile, die gegen Feuchtigkeit und Oxidation geschützt werden müssen.
  • Batterien und Elektrotechnik. Kleine Zinnzusätze kommen in bestimmten Legierungen für Batteriegitter, Kontakte und stromleitende Teile vor.

Anwendungen von Zinnlegierungen

Zinn ist Bestandteil vieler Legierungen. Die bekanntesten Beispiele sind Bronzen, Babbittmetalle, Lote und einige dekorative Legierungen. Je nach Werkstoff verbessert Zinn die Gießeigenschaften, senkt die Schmelztemperatur, erhöht die Korrosionsbeständigkeit oder beeinflusst das Reibungsverhalten.

Zinnbronzen werden für Buchsen, Gleitlager, Armaturen, Kunstguss und Teile verwendet, die Verschleißfestigkeit und stabiles Verhalten in Reibstellen brauchen. Mehr dazu steht im Artikel über Anwendungen von Bronze.

Babbittmetalle sind Gleitlagerlegierungen auf Zinn- oder Bleibasis mit Zusätzen von Antimon, Kupfer und anderen Elementen. Sie werden in Lagerstellen eingesetzt, wo gute Anpassungsfähigkeit und Betrieb mit einem dünnen Ölfilm wichtig sind.

Was bei der Auswahl von Zinn zu beachten ist

Für die Praxis zählen nicht nur der Zinnanteil, sondern auch Legierungszusammensetzung, Kontakt mit Wasser, Temperatur, Belastung und Sicherheitsanforderungen. Ein Elektroniklot, eine Verpackungsbeschichtung und ein Babbitt für ein Lager sind völlig verschiedene Werkstoffe, auch wenn sie alle Zinn enthalten können.

Verwandter Artikel: spezifisches Gewicht und Dichte von Zinn.

Häufige Fragen

Wo wird Zinn am häufigsten verwendet?

Zinn wird in Loten, beim Verzinnen von Stahl, in Weißblech, Schutzbeschichtungen, chemischen Verbindungen, Elektrotechnik und Legierungen verwendet. Meist wirkt es nicht als massives Bauteil, sondern als Beschichtung, Zusatz oder Legierungsbestandteil.

Warum wird Zinn in Loten verwendet?

Zinn hat einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt und bildet gut Legierungen, deshalb hilft es bei der Herstellung von Loten für Elektronik, Elektrotechnik, Sanitär- und Montagearbeiten.

Wozu ist Verzinnen nützlich?

Beim Verzinnen schützt eine dünne Zinnschicht eine Stahl- oder Kupferbasis vor Feuchtigkeit und Oxidation. Dieses Verfahren nutzt man für Weißblech, Kontakte, Draht, Geschirr und einige technische Teile.