Anwendungsbereiche von Zinn und seinen Legierungen
Zinn ist eines der ersten Metalle, die dem Menschen bekannt wurden. Seit vielen Jahrtausenden werden Zinn und seine Legierungen dank ihrer Eigenschaften in verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens aktiv eingesetzt.
Zinn und seine Legierungen
Im Periodensystem wird das leichte Metall Zinn mit dem Symbol Sn bezeichnet. Dieser Stoff hat eine silbrig-weiße Farbe und ist wegen seiner niedrigen Schmelztemperatur leicht schmelzbar. Aufgrund seiner Zähigkeit und Plastizität lässt es sich leicht zu einer dünnen Folienschicht auswalzen. Der Stoff ist gegenüber Wasser und einigen Säuren beständig. Diese Eigenschaften ermöglichen den Einsatz von Zinn zur Herstellung vieler Produkte.
Dieses Metall oxidiert unter normalen Bedingungen langsam, deshalb wird es für Schutzbeschichtungen verwendet. Als eigenständiges Metall wird Zinn nicht so häufig eingesetzt wie seine Legierungen. Das liegt daran, dass Legierungen passendere mechanische und technologische Eigenschaften besitzen können. Die Verbindung von Zinn und Kupfer heißt Bronze. Sie gehört zu den am häufigsten verwendeten Zinnlegierungen.
Einsatzbereich von Zinn
Am häufigsten wird Zinn als Schutzbeschichtung verwendet. Mehr als 40 % des gesamten Zinns gehen in die Herstellung von Weißblechverpackungen, genauer gesagt in deren Verzinnung. Dabei wird dieses Metall auf die Oberfläche eines Metallprodukts aufgetragen, um es vor Korrosion zu schützen. Die korrosionshemmenden Eigenschaften von Zinn haben außerdem seine Verwendung bei der Herstellung von Rohren ermöglicht. Das leichte Metall wird auch in der Zahnmedizin zur Herstellung von Zahnfüllungen eingesetzt. Zinngeschirr wurde schon in der Antike verwendet, weil man bereits damals seine rostfreien Eigenschaften kannte. Da dieses Metall jedoch teuer war, wurde solches Geschirr im Alltag nicht besonders verbreitet.
Einsatzbereiche von Zinnlegierungen
Wie bereits erwähnt, sind Legierungen beliebter als reines Zinn. Es gibt mehr als zehntausend davon. Jedes Jahr verbraucht die Industrie große Mengen solcher Legierungen. Wofür? Zusätzliche Eigenschaften, die bei der Herstellung von Produkten nützlich sind, ermöglichen den Einsatz von Legierungen in vielen Bereichen.
Einsatzbereiche von Zinnlegierungen:
- Herstellung von Loten. Für Lote verwendet man Legierungen von Zinn mit Cadmium, Blei, Wismut und anderen Metallen. Sie werden zum Löten von Teilen und Werkstücken eingesetzt, weil solche Legierungen ausreichend fest und leicht schmelzbar sind.
- Typografie. Wenn man einer Blei-Zinn-Legierung Antimon zusetzt, erhält man ein Material, das zur Herstellung von Druckschriften verwendet wird.
- Automobilindustrie und Flugzeugbau. Aus einer Legierung von Zinn, Kupfer, Blei und Antimon, dem sogenannten Babbitt, werden Lager verschiedener Größen und unterschiedliche Teile für Autos und Flugzeuge hergestellt. Die Babbitt-Legierung zeichnet sich durch gute Verschleißfestigkeit aus.
- Kunsthandwerk und dekorative Kunst. Die Legierung aus Zinn und Kupfer, also Bronze, wird zur Herstellung verschiedener Skulpturen und Denkmäler verwendet. Bronze ist gegenüber Umwelteinflüssen beständig und gilt deshalb als langlebiges Material, das sich gut für solche Zwecke eignet.
- Schiffbau und Gerätebau. Zinnlegierungen eignen sich aufgrund ihrer korrosionshemmenden Eigenschaften und mechanischen Beständigkeit gut zur Herstellung von Teilen, die sich nicht schnell abnutzen und ihre Funktion nicht verlieren sollen.
Zweifellos haben Zinn und seine zahlreichen Legierungen sehr breite Einsatzbereiche. Die Verwendung in Medizin, Automobilindustrie, Schiffbau, Gerätebau, Luftfahrt und Kunsthandwerk macht Zinn und Zinnlegierungen zu wichtigen Werkstoffen menschlicher Tätigkeit.