Anwendungen von Gips: wo Gips im Bauwesen und in der Produktion verwendet wird
Gips ist ein natürliches Calciumsulfat-Mineral mit Kristallwasser und eines der wichtigsten Bindemittel für den Innenausbau. Nach dem Brennen und Mahlen wird Gipsstein zu einem Pulver, das mit Wasser schnell abbindet und erhärtet. Wegen seiner Verfügbarkeit, Nichtbrennbarkeit und guten Formbarkeit wird Gips im Bauwesen, in der Architektur, Medizin, Zahnmedizin, im Formenbau und für Dekorprodukte eingesetzt.
Begriff und Eigenschaften von Gips
Natürlicher Gips ist je nach Beimengungen weiß, grau, gelblich oder bräunlich. Gipswerkstoffe haben eine geringe Wärmeleitfähigkeit, sind nicht brennbar, lassen sich gut formen und erreichen schnell Anfangsfestigkeit. Sie eignen sich besonders für Innenarbeiten, weil sie Formen gut ausfüllen, glatte Oberflächen ermöglichen und zur Feuchteregulierung im Raum beitragen können.
Die wichtigste Grenze ist die Empfindlichkeit gegenüber dauerhafter Feuchte. Normale Gipsmischungen sind ohne besonderen Schutz nicht für ständigen Wasserkontakt oder Außenanwendungen gedacht.
Arten von Gips
Im Alltag werden Gips und Alabaster oft vermischt. Alabaster bezeichnet meist ein schnell abbindendes Material auf Basis von gebranntem Gips oder eine feinkörnige Gipsvarietät für Reparatur- und Bauarbeiten. Selenit ist eine dichte, durchscheinende Gipsvarietät mit seidigem Glanz und wird eher als Dekorstein genutzt.
Neben Baugips gibt es hochfesten, Form-, medizinischen, zahnmedizinischen, Modellier- und Dekorgips. Zusammensetzung, Mahlfeinheit, Festigkeit, Abbindezeit und Anwendung hängen von Sorte, Hersteller und Norm ab.
Anwendung von Baugips
Baugips wird für Putze, Spachtelmassen, Trockenmörtel, Wand- und Deckenreparaturen, das Setzen von Putzschienen, das Schließen von Schlitzen, Trennwandplatten und andere Innenarbeiten genutzt. Je nach Sorte kann Gipsmörtel sehr schnell abbinden, daher muss die Verarbeitungszeit nach Herstellerangabe geprüft werden.
Auch Gipskarton basiert auf Gips: Der Kern besteht aus Gipsteig mit Zusätzen und wird außen mit Karton ummantelt. Platten werden für Trennwände, Wandverkleidungen, Decken, Verkleidungskästen, Bögen, Regale und zum Ausgleichen von Flächen eingesetzt.
Weitere Anwendungen
Hochfester Gips wird verwendet, wenn eine festere und weniger poröse Struktur benötigt wird: für Formen, bestimmte Bauprodukte, Modelle und Vorrichtungen. In der Keramik- und Sanitärproduktion sind Gipsformen nützlich, weil sie Wasser aus dem Schlicker aufnehmen und die Form genau wiedergeben.
In Medizin und Unfallversorgung dienen Gipsbinden und moderne gipsbasierte Materialien zur Fixierung. In der Zahnmedizin wird Gips für Abdrücke, Kiefermodelle und Laborarbeiten eingesetzt. Form- und Modelliergips eignet sich für Figuren, Stuck, Souvenirs, Modelle, Rosetten, Gesimse und andere Dekorteile.
Wo Gips besonders nützlich ist
Gips wird gewählt, wenn schnelles Abbinden, glatte Oberflächen, Nichtbrennbarkeit, einfache Bearbeitung und genaue Formwiedergabe wichtig sind. Deshalb ist er im trockenen Innenausbau, bei Reparaturen, Stuckarbeiten, Gipskarton, Formenbau, Lehrmodellen, Zahnmedizin und medizinischer Fixierung verbreitet.
Für Masse- und Dichtedaten siehe den separaten Artikel zum spezifischen Gewicht von Gips.
Häufige Fragen
Wo wird Gips am häufigsten verwendet?
Gips wird vor allem in Gipskarton, Gipsputzen, Spachtelmassen, Trockenmischungen, Formen, Stuck, Medizin, Zahnmedizin, Zementherstellung und Landwirtschaft verwendet.
Worin unterscheidet sich Baugips von Alabaster?
Im Alltag werden die Begriffe oft vermischt, doch Alabaster bezeichnet meist ein schnell abbindendes Material auf Basis von gebranntem Gips oder eine feinkörnige Gipsvarietät. Für die richtige Auswahl zählen Zweck und Sorte.
Kann Gips in Feuchträumen verwendet werden?
Gewöhnlicher Gips verträgt dauerhafte Feuchtigkeit schlecht. In Feuchträumen sind feuchtebeständige Systeme, Oberflächenschutz und Herstellerangaben wichtig. Für Außen- und Nassbereiche eignen sich normale Gipsmischungen meist nicht.